Berichte 2017

Neckar-Gäu-Jugend auf neuem Kurs

Erstes Treffen in Horb-Dettingen

Horb-Dettingen (Kra). Über etliche Jahre hinweg war beim Närrischen Freundschaftsring Neckar Gäu der Posten eines Jugendleiters oder einer Jugendleiterin vakant. Nachdem bei der letzten Jahreshauptversammlung Doris Wollschläger aus Nordstetten bereit war, diesen Posten zu übernehmen, kam es am Mittwochabend zu einem ersten Erfahrungsaustausch der Jugendleiter unter ihrer Führung im neu renovierten Dettinger Zunftheim. Die erfahrene Närrin konnte zu dieser gut besuchten Veranstaltung auch Ringpräsident Thomas Fischer aus Salzstetten und den Dettinger Zunftboss Karl-Heinz Hurm begrüßen.

Schnell wurde bei der Bestandsaufnahme klar, dass die bislang dezentral gehä(?)ndelte Jugendarbeit in den Zünften reiche Früchte getragen hat, aber auch, dass die Jugendlichen ihren Betreuern auch einiges abverlangen. Ringpräsident Thomas Fischer stellte die Wichtigkeit der Jugendarbeit heraus. Hier würden die Weichen der Zukunft für die kommenden Generationen gestellt. Kinder und Jugendliche müssten mit der Fasnet aufwachsen, nur so bekämen sie das Gespür dafür, Bräuche und Traditionen kennen, zu verstehen und weiter zu entwickeln. Fischer sah es als wichtig an, dass die alten Fasnetsbräuche von der älteren Generation an die Jüngere weiter gegeben würden. Leider sei das nicht immer der Fall. Hier gelte es, den Hebel anzusetzen. Dass in vielen Zünften, die einen Kindergarten oder eine Schule im Ort hätten, diese in ihre Fasnet einbinden, sei als positives Zeichen zu werten. Mit der Verleihung des Gütesiegels das nationale immateriale Kulturerbe betreffend, stehe man ohnerhin in der Pflicht, frühzeitig Kinder und Jugendliche an die Fasnet heranzuführen. In einem Workshop mit den Kategorien was läuft gut ? Was könnte verbessert werden? Und wo wäre Unterstützung notwendig? Wurden Erfahrungen ausgetauscht und Lösungsvorschläge ermittelt. Deutlich wurde dabei, dass Kinder und Jugendliche sehr motiviert sind und durchaus auch schon in die Organisation der Kinderfasnet mit eingebunden werden können. Sehr gut läuft es laut den Jugendleitern bei den Tanzgarden. Allerdings fehlten in bestimmten Altersgruppen die Jungs. Hier gelte es Anreize zu schaffen. Angeregt wurden auch Workshops für kleinere Bühnenauftritte, Gesangseinlagen oder Büttenreden. Zudem wünschten sich die Jugendbetreuer mehr Unterstützung durch die Eltern, da es sehr unterschiedliche Betrachtungsweisen die Fasnet betreffend gebe. Wichtig fanden die Betreuer es auch, sich bezüglich des Kleiderfunduses auszutauschen. Wenn etwas schon vorhanden ist und die Zunft es nicht braucht, könnte man sich das Eine oder Andere ausleihen. Das spare Arbeit und Kosten.
Angeregt wurde letztlich auch ein Kinderringtanz.

Ringjugendleiterin Doris Wollschläger will nun in abgestimmten Zeiträumen weitere Treffs vereinbaren. Sie freut sich in ihrer neuen Fuktion auf das Ringtreffen 2018 in Mühringen, wo samstags unter anderem der Kinderumzug im Mittelpunkt steht. Auch an eine Beteilung am 50 jährigen Ringjubiläum, das verbunden mit einer Masken– und Häsausstellung 2018 in der Horber Hohenberghalle stattfindet, ist gedacht.



Jahres-Hauptversammlung

Rottenburg-Schwalldorf (Kra).
Man sagt ja den Narren bekanntlich nach, dass es nichts „narreters als die Narren“ gebe. Davon war allerdings bei der samstäglichen Jahreshauptversammlung des närrischen Freundschaftsringes Neckar-Gäu im Schwalldorfer Franziskusheim wenig zu spüren. Da wurde viel und herzlich gelacht, weil Ringpräsident Thomas Fischer aus Salzstetten die Regularien zwar mit dem nötigen Ernst, aber durchaus humorvoll moderierte. Besondere Grüsse entbot Fischer zu Beginn den beiden Ehrenpräsideten Karl Ruoff (Ergenzingen) und Karl-Heinz Schach (Horb).

Ansonsten berichtete der Präsident von vielen positiven Eindrücken während den Sitzungen und der vergangenen Fasnet, die er in seinem ersten Amtsjahr gewonnen habe. Wir sind nicht nur ein Verbund von 26 Narrenzünften, sondern wir spiegeln auch eine Fasnetslandschaft wider, deren Vielfalt woanders kaum zu finden ist, so Fischer wörtlich. Etliche Zünfte habe er schon besucht. Der persönliche Kontakt sei ihm wichtig, das sei ihm auch ein besonderes Anliegen. Neben seinen zurückgelegten 2700 Kilometern für den Freundschaftsring hob Fischer die Aktivittäten bei der ARGE südwestdeutscher Narrenvereinigungen und Verbände in Renquizhausen, in den Schlossnarrenstuben zu Bonndorf, beim Herbstkonvent in Seebronn, dem Narrenhock in Ergenzingen und bei verschiedenen Narrentreffen in der Region besonders heraus.

Etwas Besonderes für den närrischen Freundschaftsring seien auch die Verleihung des Narrenspiegels durch die ARGE und der Narrenkappe durch das Regierungspräsdium Tübingen für seinen Amtsvorgänger Karl-Heinz Schach gewesen. Erfreut zeigte sich Fischer auch daüber, dass die nach der letzten Jahreshauptversammlung zunächst vakanten Ämter in Päsidium und Brauchtumskomission im Laufe des Jahres wieder besetzt werden konnten.
Schriftführer Manuel Ranft (Ergenzingen) ging auf das Geschaftsjahr 2016 im Detail ein und berichtete von zwei Jahreshauptversammlungen, die man abhalten mußte, vier Präsidiums – und vier Zunftmeisterversammlungen. Mittlerweile sei der Narrenverband auf Facebook präsent und auch dem Internetauftritt wolle man künftig mehr Bedeutung beimessen, so Ranft. Für den derzeit in Amerika urlaubenden Kassierer Markus Fischer sprang Kassenprüferin Doris Wollschläger (Nordstetten) in die Bresche. Sie berichtet von einem odentlichen Kassenstand, der nichts zu wünschen übrig lasse.

Brauchtumsmeister Jakob Holocher (Eutingen) berichtete von der Brauchtumertagung in Ochsenhausen und verwies auf verschiedene Fragen der Ringzünfte, mit der die Brauchtumskomission konfrontiert worden sei. Als äußerst wichtig hob Holocher die Pflege der örtlichen Traditionen heraus. Diese gelte es zu bewahren. Außerdem habe es verschiedene vom Erfolg gekrönte kleinere Treffen innerhalb der Ringzünfte und auch ein Event einiger „Patenzünfte“ gegeben. Die Entlastung des Präsidiums durch Ehrenpräsident Karl Ruoff erfolgte einstimmig. Schnell gingen unter der Leitung von Thomas Fischer die Wahlen über die Bühne. Vizepräsident Klaus Ranft hängte infolge des 50 jährigen Ringjubiläums 2018 noch ein Jahr dran und wurde genau so einstimmig gewählt, wie Markus Fischer aus Salzstetten (für ein Jahr zum Kassierer) und Doris Wollschläger (Nordstetten) für zwei Jahre als Leiterin der Ringjugend. Als neuer Kassenprüfer erhielt Andreas Strauch (Haigerloch-Stetten) das Vertrauen der Versammlung. Man einigte sich auch darauf, dass bedingt durch das fünfzigjährige Ringjubiläum 2018 im selbigen Jahr kein Herbstlonvent stattfinden soll. Die Ringtreffen für die Jahre 2020 und (man höre und staune) auch 2030 wurden an die Narrenzunft Weitingen vergeben. Die Jahreshauptversammlung 2018 findet in Altheim statt. Die diesjährige Zunftmeisterwanderung im September organisiert die Narrenzunft Salzstetten.



Rückblick Fasnet 2017

Eine lange und schöne Fasnetssaison liegt hinter uns. In diesem Jahr standen bei einigen unserer Ringzünfte besondere Feierlichkeiten an. So feierte beispielsweise die Narrenzunft Empfingen ihr 66-jähriges Bestehen mit den Empfinger Narrentagen. Auch die Zünfte aus Bierlingen und Bad Imnau feierten mit ihrem 55-jährigen Bestehen einen „Schnapszahlengeburtstag“. An allen Veranstaltung waren die Zünfte aus unserem Ring stark vertreten.

Am Dienstag, dem 21. 02. 2017, stürmten Hästräger des Närrischen Freundschaftsring Neckar Gäu sowie wie aus anderen Narrenvereinigungen das Regierungspräsidium in Tübingen. Die Narrenkappe des Regierungspräsidiums Tübingen wurde dieses Jahr von Regierungspräsident Klaus Tappeser an unseren Ehrenpräsident Karl-Heinz Schach verliehen. Dieser war von 1979 bis 1993 Zunftmeister der NZ Felldorf, von 1996 bis 2003 Mitglied der Brauchtumskommission des Närrischen Freundschaftsrings Neckar-Gäu und von 2003 bis 2016 Präsident des Närrischen Freundschaftsrings Neckar-Gäu.

Am Tag darauf, am 22. 02., wurde beim traditionellen närrischen Staatsempfang in Stuttgart Ministerpräsident Winfried Kretschmann symbolisch seines Amtes enthoben. Neben dem Närrischen Freundschaftsring Neckar Gäu waren Narren aus ganz Baden-Württemberg geladen. Kretschmann übergab den Narren seine Macht und lud anschließend zum Empfang ins Neue Schloss.

An den hohen Tagen vom Schmotzigen bis Aschermittwoch herrschte dann wieder wie gewohnt reges Narrentreiben in den Flecken.

Wir freuen uns bereits heute auf das Jahr und die Fasnet 2018. Zum einen steht das Ringtreffen in Mühringen an und zum anderen feiert unser Ring sein 50-jähriges Bestehen. Nähere Infos zum Ringtreffen sowie zum Jubiläum des Närrischen Freundschaftsring Neckar Gäu werden folgen.

Manuel Ranft (Ringschreiber)






Ehrungen

Bei der Zunftmeisterversammlung des närrischen Freundschaftsringes Neckar-Gäu am 24.03. im Domzil der Ergenzinger Narren, wurden Ingrid Kohlen und Harald Beyerle von Ringpräsident Thomas Fischer zu Ehrennarren des Freundschaftsringes ernannt. Heimatverein der beiden langjährigen und verdienten Funktionäre ist die Narrenzunft Eutingen.

Ingrid Kohlen war 15 Jahre lang Kassierein des Narrenverbandes, Harald Beyerle von zehn Jahre lang Schriftführer. Beide hatten bei den Wahlen 2016 nicht mehr für ihre Ämter kandidiert. Ringvize Klaus Ranft erinnerte in seiner Laudatio Ingrid Kohlen betreffend, dass sie die wohl erste Kassiererin des närrischen Freundschaftsringes gewesen sei, die mit „richtigen Geldbeträgen“ umgehen mußte. Kohlen, die in Reichenbach (auf der Schwäbischen Alb) zu Hause ist, habe nur sehr selten eine Ringsitzung versäumt, obwohl sie immer 100 Kilomter (hin und zurück) zu fahren hatte. Sie sei auch über viele Jahre hinweg die „gute Mutter“ des Präsidiums gewesen.

Harald Beyerle, der über viele Jahre hinweg auch Eutinger Zunftmeister war, habe sich als erfahrener Narr stets durch seine Besonnenheit hervorgetan. Ganz abgesehen davon habe er sein Amt als Schriftführer hervorragend gemeistert. Nachdem dieses Amt vor Beyerles Antritt einige Zeit vakant gewesen sei, habe Brauchtumsmeister Jakob Holocher (Eutingen) darauf verwiesen, dass Beyerle nach Beendigung seiner Zunftmeisterlaufbahn eine neue Herausforderung brauche. „Ob dem wirklich so war, weiß ich nicht“, so Ranft und weiter: „Für uns im Ring jedenfalls war Harald Beyerle ein Gewinn“.

Abschließend gab für die beiden neuen Ehrennarren eine Urkunde und den roten Bauernkittel mit Ringemblem, dessen Verleihung ebenfalls neu ist.






ARGE-Tagung 2017 in Leutkirch

Horb/Leutkirch (Kra).
Die alljährliche Tagung der Arbeitsgemeinschaft südwestdeutscher Narrenvereinigungen und Verbände im Südwesten fand am 29. April in Leutkirch statt. Gastgeber war der Alemannische Narrenring unter der Federführung von Präsident und Narrenmeister Augustin Reichle, der die Vollzähligkeit der Narrenverbände – darunter auch der närrische Freundschaftsring Neckar-Gäu – feststellen konnte. Die 13 Narrenringe zeichnen für die rund 500.000 Menschen im Südwesten verantwortlich, die alljährlich in der Zeit Zeit von Dreikönig bis Aschermittwoch die schwäbisch-alemannische Fasnet in ihren vielseitigen Facetten feiern.

Im ersten Programmteil informierte der für GEMA-Belange zuständige Daniel Rollko über die neueste Situation. Die GEMA habe umstruktiriert, der Sitz für die Belange der Narren und Vereine mit Pauschalverträgen sei jetzt nicht mehr in Stuttgart, sondern in München. Dadurch habe sich die Situation verschlechtert. Kontakte mit eimem zuständigen Mitarbeiter zu pflegen seien nahezu unmöglich geworden. Einen Gesprächstermin bekomme man auch nicht und wenn man anrufe, werde man vertröstet oder der Anruf gehe ins Leere. Jedenfalls sei die GEMA – im Übrigen eine Art Unterabteilung des deutschen Patentamtes wenig kundenfreundlich geworden. Die Frage von Neckar-Gäu Vize Klaus Ranft (Ergenzingen), wie es sich denn verhalte, wenn man bei einem Fasnetsumzug die Kapellen nur Narrenmärsche spielen lasse, die „vereinseigen und urheberrechtlich nicht relevant “ seien, war von Rollko schnell beantwortet. Das komme immer darauf an, ob der Urheber sein Werk bei der GEMA gemeldet habe. Das müßte man bei der GEMA hinterfragen. Sobald aber jemand das Musikstück ergänzt oder umgeschrieben und das der GEMA gemeldet habe, werde eine Aufführung ohnehin kostenpflichtig.

Nachdem auch ein Arbeitspapier aus dem Jahre 2009 auf der Tagesordnung stand, in dem verankert ist, dass eine Zunft nur in einem Verband der Arbeitsgemeinschaft Mitglied sein kann, fragte Neckar-Gäu-Präsident Thomas Fischer (Salzstetten) der Ordung halber an, wie es sich im Fall „Empfingen“ verhalte. Empfingen sei ja außer der Mitgliedschaft im närrischen Freundschaftsring Neckar-Gäu auch in kultureller Hinsicht Partner der Vereinigung schwäbisch alemannischer Narrenzünfte. Dazu der Präsident des VSAN Roland Wehrle: „Empfingen ist bei uns sozusagen Gast“. Gäste sind keine Mitglieder und haben auch kein Stimmrecht“.

Verabschiedet wurde an diesem Tag auch der Codex zum immateriellen, nationalen Kulturerbe. Träger dieser Geschichte ist die Vereinigung schwäbisch alemannischer Narrenzünfte. Die Präsidien der Narrenverbände sind dem Träger gegenüber verantwortlich, wer künftig zum „erlauchten Kreis“ der immateriellen nationalen Kodexerben gehört. Das sind mit Sicherheit keine Zünfte, die erst 15 Jahre, oder gar unter einer Generation alt sind, so Wehrle. Er ließ auch keinen Zweifel daran, dass die eine oder andere Zunft die im Codex verankerten Kriterien nicht erfüllen werde oder könne. Aber auch dass sei kein Beinbruch. Im Zweifelsfall gelte es, sich mit dem Träger abzustimmen. Beim närrischen Freundschaftsring Neckar-Gäu, darüber war sich das Präsidium schon bei der Arbeitstagung einig, wird man sich bei der nächsten Zunftmeisterversammlung mit diesem Thema abschließend befassen.

Zufrieden zeigte sich mit der Verabschiedung des Codex auch Ring-Brauchtumshüter Jakob Holocher. „Jetzt ist das Händling klar und wir können damit arbeiten“, so der Eutinger. Letztlich wollen die Narrenverbände sogenannte „Behinderungen“ im Ehrenamt in punkto Auflagen, Sicherheitskonzepten und der Strassenverkehrsordnung nicht mehr widerspruchslos hinnehmen. Da wird Vieles maßlos übertrieben, jedes Landratsamt entscheide anders, es gebe keine richtige Anordnung von „Oben“ und das sei auch so nicht hinnehmbar, so Roland Wehrle (VSAN) und Rainer Hespeler (Hegau Bodensee) übereinstimmend. Deshalb wolle man beim Innenminister des Landes vorstellig werden und wenn es sein müsse, auch auf Bundesebene. Die Mitgliederverbände der ARGE sprachen sich einstimmig dafür aus, im Interesse der schwäbisch alemannischen Fasnet und deren Fortbestand, diesen aus ihrer Sicht längst überfälligen Weg zu gehen.








Wir danken allen narrenfreundlichen Besuchern für Ihr Interesse und freuen uns auf ein Wiedersehen!

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